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36c3 tag 2

tag 2 des 36. chaos communication congresses begann für mich auf dem boden eines berufschulklassenzimmers. die veranstalter hatten als schlafmöglichkeit eine leipziger schule organisiert. für tickets zu 10 euro konnte man dort nächtigen und auch die duschen der anliegenden turnhalle nutzen. alles war 8 stationen mit der straßenbahn entfernt, also in 10 minuten erreichbar. eine gute sache, wenn man die hotel und airbnb-preise in leipzig bedenkt. die zeiten in denen die stadt leer und lächerlich günstig zu bewohnen war scheinen vorbei zu sein.

auch in der nacht war das extrem rücksichtsvolle verhalten der teilnehmer auffällig. ich konnte trotz mehreren menschen im gleichen raum durchschlafen, alle waren leise und sachen wie den schlafsack ein- und auspacken wurden selbstredend auf dem gang erledigt.

heute morgen um 9 waren die hallen sehr leer und ich konnte die zeit für einige bilder nutzen. es gibt sehr viele spannende motive (alles blinkt!!!1!) aber die regularien der veranstaltung verbieten es oft fotos zu machen, denn alle abgebildeten menschen müssen der ablichtung zustimmen oder nicht erkennbar sein. diese regel macht es als besucher sehr angenehm sich hier zu bewegen ohne gleich in social media oder den fotospeichern von n smartphonefotografInnen zu landen. für ausgedehnte fototouren der assemblies lohnt sich also das frühe aufstehen um vor allen in den hallen zu sein. ob die bilder etwas geworden sind kann ich noch nicht sagen, da ich mit der analogen EXA 1b unterwegs war. ich hatte die kamera kaum aus dem rucksack und noch in ihrer ledertasche als mich bereits jemand fragte ob es eine exa sei…nerds! nach einer halben stunde wusste ich um die vorzüge und nachteile aller Ilford filme (ich weiss welchen ich als nächstes nehme!) und das die verschlusszeiten der ddrkameras im sommer schneller sind, digitalkameras aber bei minusgraden gerne mal streiken. für genau solche momente liebe ich den congress.

leider waren es in diesem jahr nur 2 kongresstage, auch dem heimweg habe ich mir noch den ein oder anderen talk talk geladen. Als erstes habe ich Let’s play Infokrieg angesehen. Ein düsterer talk über gamificationprozesse der rechten szene. eine der dort vertretenen thesen ist das die attentate von christchirch und halle eine art spiel der sog. chanszene sind, mit elementen eines let’s plays und diversen anderen spielmechanismen. unbedingte empfehlung, insbesondere weil der referent arne vogelgesang in der darstellung des themas hervorragend ist!

den rest der fahrt habe ich mit dem talk Wie klimafreundlich ist Software verbracht. Gehalten Marina Köhn vom Umweltbundesamt und Eva Kern von der Universität Trier. es ging um die energieeffizienz von software, wobei hier schon die messung herausfordernd ist. als vorschlag wurde ein verfahren mit sog. “standardnutzungsverfahren” entwickelt. das klingt bürokratisch, soll aber verschiedene programme mit gleicher nutzung vergleichbar zu machen. idee dahinter ist zu bestimmen was der sich normal verhaltende nutzer mit dem programm macht und welche ressourcen die software verbraucht um diese funktion bereitzustellen. beispielsweise bei einer textverarbeitung das öffnen, bearbeiten und speichern eines dokumentes. inwieweit sich dieser ansatz als zukunftsfähig erweist sei einmal dahingestellt, aber den ansatz auch dezentrale messungen durchzuführen, also vergleichbare messaufbauten an vielen orten zu ermöglichen, kann ich nur gutheissen.

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